Langewiesche-Brandt Ebenhausen bei München

Albrecht Haushofer, 1903-1945, in Berlin Moabit ermordet.

Albrecht Haushofer war bis 1940/41 - von Anfang an mit Bedenken - Berater der NS-Regierung. Er fand Kontakt zum Widerstand, floh nach dem 20. Juli 1944 aus Berlin; er wurde in einem Bergbauernhof bei Garmisch-Partenkirchen aufgespürt und ins Gefängnis nach Berlin-Moabit gebracht. Wenige Tage vor Kriegsende wurde er, zusammen mit anderen Häftlingen auf einem Trümmergrundstück erschossen. Dort fand ihn sein gleichfalls inhaftierter, aber am Leben gelassener Bruder nach einigen Wochen. Der Tote hielt ein Manuskript in der Hand: Die Moabiter Sonette.

Ernst Haiger in den Schweizer Monatsheften:
Ausgangspunkt der «Moabiter Sonette» ist die Situation der Gefangenschaft und Fesselung. Sie zeigen, wie der Autor in äusserer Unfreiheit und in dreifacher Todesgefahr («der deutsche Strick, / Die Russenkugel [...], / Die Britenbombe», Nr. IL), die ihm das Überleben als unwahrscheinlich erscheinen lässt, innere Freiheit und Gelassenheit gewinnt; er kämpft um sein Leben, aber er ist «bereit, zu bleiben wie zu gehn» (Nr. XXIX).

Moabiter Sonette: Textedition von Amelie von Graevenitz, biografisches Nachwort von Ursula Laack. Erstmals (2000) auf Grundlage des Manuskriptes herausgegeben.

Ferner, herausgegeben von der Ernst Freiberger Stiftung, die große Bildbiografie: Ernst Haiger / Amelie Ihering / Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer.

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Rev. 27.10.2008