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Langewiesche-Brandt Ebenhausen bei München |
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Sergej Jessenin, 1895-1925
Aus dem Nachwort zu seinem Gedichtband mit den Übertragungen von Karl Dedecius:
Sergej Alexandrowitsch Jessenin, der halbwüchsig aus seinem Rjasaner Dorf auszog, um als Dichter Moskau und Petersburg zu erobern, ist neben W.W. Majakowskij die markanteste Persönlichkeit der russischen Dichtung des 20. Jahrhunderts. Wie Majakowskij der «erste Schreihals» der Revolution, so ist Jessenin der «letzte Dorfpoet», ein Sinnbild für das Sterben des gleichzeitig «weinenden und tanzenden» bäuerlichen Russland. Er hat in seinem Lande das romantische Volkslied der Moderne geschaffen, in malerischer Manier, musikalischen Rhythmen und in einer Sprache voller Überraschungen. Seinen Gedichten liegt stets ein tiefes, ganz und gar unstilisiertes, ungekünsteltes, unintellektuelles Erlebnis zugrunde - oft überschattet von Trauer, Todesahnung, Unfähigkeit, sich in der Welt, so wie sie war und wie sie wurde, zurechtzufinden. Ein melancholischer Abgesang einer ratlosen, untergehenden Welt.
Jessenin schrieb am 27. November 1925 sein Abschiedsgedicht, mangels Tinte mit Blut. Am 28. November nahm er sich in einem Leningrader Hotelzimmer das Leben.
Jessenin bei Langewiesche-Brandt:
Sergej Jessenin: Gedichte, russisch und deutsch. Übertragung und Nachwort von Karl Dedecius. textura. 80 Seiten. 11 Euro. ISBN 978-3-7846-0537-1. Auf dieser Seite befindet sich einweiter Text zu Jessenin.
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20.02.2008